Freitag, 27. April 2007

Früher war alles besser

Ich springe mal auf den Lästerzug auf, und lasse hiermit meinen Frust über Windows aus. Mir geht es allerdings nicht etwa um die fehlende Treiberunterstützung von Vista, die Dreistigkeit seine Kunden zum Kauf von Vista über DirectX 10 zwingen zu wollen, oder was auch immer die sonstigen Nachteile von Vista sein mögen - die sind mir nämlich egal, ich habe kein Vista, brauche kein Vista, und will auch gar kein Vista haben. Lieber spiele ich die Spiele in nicht ganz so bombastischer Grafik als dass ich mir den Ärger mit Vista zumute.
Nein, mir geht es um die diversen lustigen Fehler die Windows XP gerne verursacht, um die Benutzung für den Anwender interessanter zu gestalten. Fehler, die nicht etwa durch eine kaputte Windowsinstallation bedingt sind, sondern schon auf diversen Computern, auch direkt nach der Neuinstallation von Windows auf eine sauber formattierte, neue Festplatte, aufgetreten sind.
Etwa die Tatsache, dass in der Netzwerkumgebung teils freigegebene Ordner angezeigt werden die seit Wochen nicht mehr im Netzwerk sind, oder die gar mittlerweile umbenannt wurden - die Version mit dem alten Namen führt natürlich ins Nirvana, die mit dem neuen Namen wird gar nicht erst aufgeführt.
Auch dass XP teils mehrere Minuten benötigt, um einen Ordner freizugeben, es oft aber nicht einmal eine Sekunde dauert, und das völlig unabhängig von der Ordnergröße, ist immer wieder ein Quell der Spannung, schließlich weiß man vor der Freigabe des Ordners nie, wie lange das Betriebssystem völlig unnötigerweise Rechenkraft in Beschlag nehmen wird.
Ähnlich ist es mit dem Computernamen, bzw. dem Namen der Arbeitsgruppe. Manchmal lässt sich beides schnell ändern, manchmal verlangt Windows hinterher einen Neustart - Freude!
All das lässt sich aber (zumindest bis zu einem gewissen Grad) noch durch schlechte und/oder schlampige Programmierung erklären. Nicht aber das Phänomen der Retro-Icons.
Auch das ist mir schon mehrfach passiert, bei meinem momentanen Rechner aber in der vergangenen Woche schon zum zweiten Mal:
Auf meinem Desktop liegt eine Verknüpfung zur .exe von Outlook Express, die dementsprechend auch dasselbe Icon trägt wie die .exe - könnte man meinen. Anfang der Woche aktualisierte sich mein Desktop jedoch von selbst, völlig ohne mein Zutun, und lud alle Icons neu. Nur dass statt des eigentlichen Icons von Outlook Express eine mir bis dahin unbekannte Variante davon geladen wurde. Es war im Grunde dasselbe Symbol, nur größer, pixeliger, und hässlicher, als ob es eine frühe Designstudie wäre. Das blieb mir dann auch etwa einen Tag lang erhalten, bis sich der Desktop nochmals selbständig aktualisierte, und wieder das alte Icon lud.
Interessant, seltsam, unerklärlich, dachte ich mir.
Gestern Abend dann das gleiche Spiel, wieder zurück zum Retrodesign, und bis vor wenigen Minuten unverändert. Dann habe ich probeweise mal das Icon geändert. Windows zeigte aber das gewünschte Icon als bereits angewählt an, nach einem Doppelklick darauf und auf "übernehmen" zeigte es aber weiterhin das andere Symbol an. Die Lösung des Problems war es dann, schlicht ein anderes Icon zu wählen (das dann auch tatsächlich korrekt dargestellt wurde), und dann abermals das gewünschte zu wählen. Jetzt bin ich jedoch gespannt, wie lange mir das Icon erhalten bleibt, und wüsste zu gerne woher das andere Icon gekommen ist, und vor allem warum.
Damals, als ich noch mehr in DOS unterwegs war als in Windows, da hatte ich diese Probleme nicht - auch in Windows nicht.

Nachtrag (ja, diesmal gleich im Post): Selbes Spiel beim Arbeitsplatz-Icon. Ich könnte ja Bilder machen, aber dazu bin ich zu faul.

Mittwoch, 25. April 2007

Industrie in Büchsen

Ich bin ein sehr fortschrittsfreundlicher Mensch, dass ich einen (an anderer Stelle bereits erwähnten) sündhaft teuren Computer samt zugehöriger sündhaft teurer Peripheriegeräte mein Eigen nenne ist dafür ein deutliches Indiz. Wenn man zu Fremdwörtern greifen wollte, würde man mich technophil nennen, wenn ich mich auch bis heute geweigert habe, ein Handy zu erwerben. Nicht dass mich für so ein kleines Gerät mit lauter unnützen (aber nichtsdestotrotz tollen) Funktionen nicht begeistern könnte, ich kann schlicht das Telefonieren auf den Tod nicht ausstehen. Dazu kommt, dass Handystrahlung angeblich die Blut-Hirn-Schranke zersetzt, indem ich kein Handy besitze oder benutze leiste ich einen wervollen Beitrag für meine Gesundheit - womit ich auch schon das eigentlich angestrebte Thema dieses Beitrags erreicht hätte, nämlich das Essen, oder vielmehr das gesunde Essen.
Denn auch beim Essen schlägt sich meine Begeisterung für Technik nieder. So ziehe ich prinzipiell industriell gefertigte Nahrung vor. Ein Steak, etwa, ist mir viel zu viel Natur, da ziehen sich womöglich noch Sehnen durch, das kann doch kein Mensch essen. Dann lieber Hackfleisch, oder Bratwurst. Da weiß man was man hat, jeder Bissen schmeckt gleich, und es gibt beim Essen keine unangenehmen Überraschungen.
Bei Fisch ist es genauso, den bekommt man ja fein säuberlich portioniert im Supermarkt, wahlweise mit Panade oder ohne, ist mir beides recht. Der Höhepunkt der Technisierung sind die Flaschen mit Teigpulver, wo man nur Wasser zugeben, schütteln, und die Pfannkuchen oder Waffeln herstellen muss. Letztere sind natürlich vorzuziehen, weil der Aufwand geringer ist (Pfannkuchen muss man selbstständig wenden), und dazu ein spezialisiertes Gerät zur Verfügung steht.
Obst ist da natürlich so eine Sache. Prinzipiell ist es ja das Fastfood der Natur, andererseits bleibt da einiges an Abfallprodukten zurück (Schalen und Kerne), und sonderlich haltbar ist das Zeug auch nicht. Da fehlt das einheitliche Geschmackserlebnis, weil Obst irgendwann einfach nicht mehr frisch ist, und auch vorher schon meistens zu hart oder zu weich ist. Aber auch dafür hat der Fortschritt eine Lösung gefunden: Konservendosen.
Konservendosen halten ewig, Obst darin ist entschält und/oder entkernt, und sie kommen nicht etwa von Bäumen, sondern direkt aus der Fabrik.
Industrie in Büchsen, quasi.

Montag, 23. April 2007

Nachtrag (wieder einmal)

Wer unbedingt noch Wert auf die Fakten über Kanada legt, der möge diese (zugegebenermaßen recht wackelige) Verbindung zwischen dem letzten Beitrag und einem Fakt über Kanada ziehen:
In Kanada spricht man französisch, genau wie in Frankreich, das im letzten Post Erwähnung findet.
Das muss dann aber auch wirklich reichen mit den Fakten - es sei denn natürlich mich erreichen Unmengen an Fanpost in der mehr Fakten gefordert werden. Nein? Hatte ich auch nicht erwartet.

Nachtrag zum Nachtrag:
Dieses behämmerte System der Zeitanzeige bei diesem Blog nervt, wirklich. Da wird ein Beitrag als zu der Uhrzeit geschrieben angezeigt, zu der ich auf "Neuer Post" geklickt habe - was natürlich völliger Unsinn ist, weil ich den Post da ja noch gar nicht geschrieben hatte.
Der vorhergehende Beitrag wurde tatsächlich am 23.4. so gegen 19:23Uhr fertiggestellt und veröffentlich, nicht knappe 30 Stunden vorher. Also zu der Uhrzeit die unter diesem Beitrag angezeigt wird - der aber eigentlich erst 8 Minuten später das Licht der Welt erblickt hat.
Die Zeiten machen ja auch rein logisch keinen Sinn, Sonntag Mittag war ich ja noch gar nicht beim Einkaufen gewesen...

Nachtrag zum Nachtrag zum Nachtrag:
Hatte eben die Boxen testweise auf volle Lautstärke gedreht (ist ja keiner daheim der sich beschweren könnte), da scheint ein wenig tiefsitzender Staub gelöst zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären dass die mehrere Jahre alten Boxen auf einmal den angenehmen Geruch nagelneuer Elektronik verströmen.

Noch ein Gedanke:
Wenn ich so weitermache mit den Nachträgen, ist das Teil ja bald länger als der ursprüngliche Post. Das war es jetzt also mit den Nachträgen. Wirklich.

Sonntag, 22. April 2007

Sturmreif

Ob man es glauben mag oder nicht, ich bin jetzt fast 21 Jahre alt und jetzt, genau in diesem Moment, zum ersten Mal alleine zu Hause.
Also so richtig alleine, meine ich. Nicht weil mal ein paar Stunden lang außer mir niemand im Haus ist, sondern weil meine gesamte Verwandschaft einige Kilometer von mir entfernt ist. Um genau zu sein in Frankreich, weil meine Eltern da gerade meine Schwester besuchen. Endlich habe ich also mal meine Ruhe. Sturmfrei, quasi.
Sturmfrei, das ist wenn eine Festung (Zitat Wikipedia) "gegen ein gewaltsames Eindringen mittels Leiterangriff gesichert" ist. Nicht zu verwechseln mit Sturmreif, das ist wenn die eigenen Kanonen die Wälle der feindlichen Befestigungsanlage dermaßen zerbröselt haben, dass man das Ding stürmen kann.
Die Euphorie der ersten Stunden hat sich allerdings mittlerweile gelegt. Mit der Erkenntnis nämlich, dass zwar prinzipiell genügend Geschirr im Haus wäre um nicht abspülen zu müssen bevor meine Eltern zurückkommen, dass das Spülen aber letztendlich wohl doch an mir hängen bleiben würde. Also Maß halten, Geschirr und Besteck nach der Verwendung kurz unters Wasser halten, bis zum nächsten Gebrauch ist es dann von alleine trocken.
Es sammelt sich eine Menge Post, in so wenigen Tagen. Außer einem einzelnen Brief war nichts davon an mich adressiert, und landete ungeöffnet auf einem großen Stapel auf der Treppe, wird schon nichts wichtiges gewesen sein.
Das Leben so ganz alleine birgt aber auch unvorhersehbare Gefahren. So habe ich mich in drei verschiedene Finger geschnitten, ohne es zu merken, in den einen sogar zweimal. Es ist nur die oberste Hautschicht, da tut es natürlich nicht weh und blutet auch nicht, aber es würde mich trotzdem interessieren wann und wo das passiert ist, und warum ich davon erst Stunden (Tage? Wochen?) später erfahre. Es sind immerhin meine Finger. Und nein, ich habe mich nicht an der Büchse der Dosenpfirsiche geschnitten die in einem der folgenden Beiträge (hier bitte Link vorstellen) eine recht zentrale Rolle spielen werden.
Trotz meiner Verletzungen habe ich mich dann todesmutig in Richtung Supermarkt bewegt. So sehr ich sie auch rationiert habe (und immerhin hat sie über das Wochenende gereicht), das heutige Frühstück hatte den letzten Tropfen Milch im Haus verbraucht, also musste ich mich wohl oder übel auf mein Fahrrad schwingen und zu Aldi strampeln. Ich versuche zwar möglichst nie selber einkaufen zu müssen, wo die Milch steht weiß ich aber mittlerweile trotz allem. Also rein in den Laden, zielstrebig die Milch aufgesucht, unterwegs halblaut den Vollidioten verfluchend der mich aus großen Augen anstarrt, und dann in genau dem Moment beginnt seinen Einkaufswagen anzuschieben in dem ich dessen voraussichtliche Bahn kreuze, Milch gegriffen, Blick aufs Haltbarkeitsdatum riskiert, meine Armbanduhr konsultiert welches Datum wir überhaupt haben (immerhin wusste ich den Wochentag, und über den Monat war ich mir auch recht sicher), ab zur Kasse, gerade noch einen Seufzer ob der Länge der Schlange vor der einzigen besetzten Bezahlstation unterdrückt, bezahlt, nach Hause geeilt, diverse andere Dinge gemacht, und dann diesen elendig langen, verschachtelten, durch multiple Kommata getrennten aber trotzdem etwas unübersichtlichen Bandwurmsatz verfasst.
Glücklicherweise blieb es nicht bei der einen besetzten Kasse, kaum hatte ich mich angestellt wurde eine zweite geöffnet, und ich habe natürlich alles auf eine Karte gesetzt und mich der dortigen Schlange angeschlossen, in der Hoffnung dass sie mich letztendlich schneller nach draußen befördern würde. Hätte sie sicherlich, immerhin standen nur zwei Leute vor mir, beide mit nur gering beladenen Einkaufswagen - der Mann vor mir wollte jedoch mit Karte bezahlen, und ausgerechnet an dieser Kasse war das Kartenlesegerät defekt. Richtig, defekt. Leider Gottes war es nicht außer Betrieb, so dass ich gefühlte fünfzehn Minuten (so drei bis fünf werden es schon gewesen sein) zusehen durfte, wie der Kassierer die Karte anhauchte, an seinem Ärmel scheuerte, an seinem haarigen Unterarm scheuerte, mit Küchenpapier abwischte, sanft in das Gerät schob, unsanft in das Gerät schob, und schließlich kurz hineinsteckte und wieder rauszog, was dann endlich zum Erfolg führte. Die zwanzig Euro hätte der Kerl aber auch gerade noch in bar zahlen können.
Bei mir lief das Bezahlen natürlich schneller, drei Liter Milch kosten nicht die Welt, die kann man sogar mit einer einzigen Münze bezahlen und noch Rückgeld bekommen.
Aber genug von der abenteuerlichen Einkaufstour, es ging schließlich darum, dass ich sturmfrei habe. Seit dem ersten Teil des Beitrags ist eine Weile vergangen (der war mir nämlich zu kurz, deshalb hab ich ihn gespeichert und bin Einkaufen gefahren, im sicheren Wissen so an mehr Inhalt zu kommen), und es hat immer noch niemand gespült. Ich habe mir allerdings fest vorgenommen, das noch heute zu erledigen. Sonst lichten sich die Wälle des sauberen Geschirrs noch weiter, und dann ist die Bude am Ende doch sturmreif.

Mittwoch, 18. April 2007

Kanada

Jaja, die versprochenen interessanten Fakten über Kanada um die Leserschaft zu erhalten, ich weiß doch auch dass ich sie in den letzten beiden Posts vergessen habe. Wobei man den letzten Beitrag eher als Zusatz zu dessen Vorgänger sehen muss, technisch gesehen haben also nur einmal die Fakten gefehlt. Und da war ich schließlich emotional aufgewühlt, weil ich tagelang keinen Zugang zum Internet gehabt hatte. Da kann man also wirklich nicht von mir verlangen mich an die angekündigten Fakten zu erinnern, statt dessen wäre Mitgefühl angebracht.
Aber das herzlose Pack das meinen Blog liest kennt so etwas natürlich nicht, also will ich versuchen meine Leser zu beschwichtigen:
- 8,92% von Kanada sind von Wasser bedeckt
- auf einem Quadratkilometer wohnen in Kanada im Schnitt 3,17 Menschen
- "canada" ist ein irokesisches Wort für "Dorf" oder "Siedlung"
- seit 1954 gilt in Kanada ein Einfuhrverbot für Holzwürmer
Na wenn das mal keine interessanten, unbekannte, und absolut wissenswerte Fakten waren, dann weiß ich auch nicht.
Schade nur, dass meine geplante Karriere als Holzwurmexporteur an den kanadischen Gesetzen scheitern muss bevor sie richtig begonnen hat.