Montag, 16. April 2007

Freiheit!

Nein, ich bin nicht tot, auch liege ich nicht im Koma, und meine Hände sind auch nicht beide gleichzeitig gebrochen. Dass ich ganze fünf Tage mit diesem Post habe auf mich warten lassen liegt daran, dass am Samstag mein DSL-Modem abgeraucht ist und ich erst heute ein neues erwerben konnte.
Trotzdem, ich hatte den gesamten Sonntag lang kein Internet, und die Entzugserscheinungen machen sich jetzt noch bemerkbar. Immerhin hat das neue Gerät auf Anhieb funktioniert, die Leute im T-Punkt schienen sich zumindest besser auszukennen als die an der Hotline ("Das Modem hängt am Strom, allerdings sind alle Lichter aus, scheint kaputt zu sein." - "Ja, im Moment gibt es eine Störung, wir sind aber dabei sie zu beheben."). Jedenfalls ging die Kenntnis soweit, dass die Spezifikationen auf der Packung konsultiert wurden um zu überprüfen ob das Gerät auch meinen Erwartungen entspricht. Und dass man nicht versucht hat mir irgendwelchen überflüssigen Schnickschnack aufzuschwatzen, sondern mir auch wirklich nur das Modem ohne W-LAN oder Router oder sonstigem Gedöns gegeben hat das ich gefordert hatte, macht mir die Angestellten direkt sympathisch. Doppelt und dreifach sympathisch, weil das Teil sogar funktioniert, und das völlig ohne Probleme. Und es ist auch noch kleiner als sein Vorgänger, und sieht gar nicht so übel aus. Dunkelgrau statt dem vergilbten Telekom-Weiß. Wenn nur die beiden Löcher auf der Rückseite noch einen halben Zentimeter weiter auseinander wären, hätte man es auf die alten Schrauben hängen können. Aber fast perfekt ist auch nicht schlecht, und man kann schließlich nicht alles haben.
Das Leben ohne Internet ist aber auch seltsam. Da hat man solch eine Fülle an Informationen (und hirnlosen Wegen sich die Zeit zu vertreiben), und merkt erst wie selbstverständlich sie ist, wenn sie denn weg ist. Und andauernd hat man das Bedürfnis Dinge zu tun, die ohne Internet nicht machbar sind, und sei es nur die Emails abzuholen. Auch wenn man also keinen Zugang dazu hat, das Internet ist andauernd spürbar, bleibt stets in der Nähe, nur gerade außer Reichweite, und man fragt sich wie man eigentlich damals überlebt hat, als man noch keinen Internetanschluss hatte.
Ohne Internet nimmt auch die Benutzungsdauer des PCs rasant ab. Diese ganzen kurzen Handlungen die sich erst durch ihre Masse bemerkbar machen fehlen völlig (Mails abholen und lesen, in ICQ neue Nachrichten beantworten, sich durch diverse Foren lesen, nachsehen ob bei bash oder germanbash neue Einträge stehen, fremde Blogs lesen, Posts im eigenen Blog verfassen, gucken was im Fernsehen so läuft, sowie diverse Webcomics, die ich sicher nicht alle verlinken werde), so dass man viel weniger Zeit vertrödelt als üblich. Und wenn um Mitternacht keine Foren zur Hand sind in denen man lesen kann, dann schaut man eben schonmal den Poetry Slam im WDR.
Das wird mir aber in Zukunft erspart bleiben. Schließlich habe ich sie jetzt wieder, die Freiheit das Internet nicht zu benutzen und mich Sinnvollerem zuzuwenden. Aber auch die Freiheit, mich, wann immer ich will, wieder dem Zeitfresser Internet zuzuwenden. Und da auch mit gebrochenen Händen ein Computer zu bedienen sein sollte, bleibt mir diese Freiheit hoffentlich noch so lange erhalten, bis ich dann wirklich tot bin.

Mittwoch, 11. April 2007

Bindungsangst

Was soll eigentlich diese neue Mode, zusammengesetzte Substantive mit einem Bindestrich auseinander zu reißen? Erst vor drei Minuten noch bin ich an einem Spiegel mit dem grandiosen Titel "Der Staat Gasprom - Putins Energie-Imperium" vorbeigelaufen. Und das war bloß der Gipfel des Eisbergs, nur dass es auf dem Titelblatt des Spiegels wesentlich schockierender war als sonst, gerade die müssten es doch eigentlich besser wissen.
Aber man muss ja seinen Teil zur allgemeinen Volks-Verdummung beitragen, also ist es wohl zu viel verlangt einfach das zusammen zu schreiben was zusammen gehört. Schuld daran ist im Zweifels-Fall die neue Recht-Schreibung, geht sie doch davon aus dass es für den modernen Bürger zu schwierig ist die Sprache zu lernen, die zig Generationen seiner Vorfahren bereits gemeistert haben. Nein, lieber alles "vereinfachen". Und dann am besten noch drei Änderungen nachschieben, damit am Ende auch bloß niemand mehr weiß wie es richtig geschrieben gehört hätte. Gut, auch ich mache Zugeständnisse an die neue Rechtschreibung (ja, es wird mir zu blöd die Wörter absichtlich falsch zu trennen, man sehe es mir nach), aber die belaufen sich weitestgehend auf das gelegentliche Ersetzen vom scharfen mit dem doppelten "s". Das war im großen und Ganzen auch die einzig sinnvolle Regelung, könnte ich mir aber sehr schnell wieder abgewöhnen wenn Delfin, Fantasie und Schifffahrt zugunsten der alten Schreibweise wieder abgeschafft werden würden. Von aufwändigen (das kommt nämlich von "Wand", deshalb mit "a") Gebilden wie dem eingangs erwähnten Energie-Imperium ganz zu schweigen. Vielleicht sollte ich auch einfach Zeichen setzen, Widerstand leisten, und den Blog in Zukunft demonstrativ in alter Rechtschreibung verfassen. Eigentlich keine so schlechte Idee, das.
Wenn man schon beim Abschaffen ist, dann können auch gleich politisch korrekte Modewörter wie "Abfallentsorgungstechniker" oder "Raumpflegefachkraft" verboten werden. Oder besser noch, sie sollten "freigesetzt" werden. Wer daran Anstoß nimmt dass seine Berufsbezeichnung "Müllmann" oder "Putzfrau" lautet, der möge auch Anstoß an einem Ziegelstein nehmen der ihm an den Kopf geschleudert wird. Man beachte dass ich "seine", "der" und "ihm" verwendet habe. Selbstverständlich mit der alleinigen Absicht, emanzipierte Frauen auf der ganzen Welt zu diskriminieren. Mit korrektem Gebrauch der deutschen Sprache hatte das bestimmt nichts zu tun.
Aber ich schweife ab, auch wenn mir diese lächerlich-affige (Achtung, hier darf ein Bindestrich stehen) Neutralisierung aller offiziellen Dokumente mindestens genauso auf die/den ZeigerIn geht wie die Sache mit den Bindestrichen. Aber darüber brauche ich wohl kaum Worte zu verlieren, da sollte mir jeder normal denkende Mensch zustimmen. Wer es nicht tut hat mein tief empfundenes Mitgefühl angesichts seiner geistigen Umnachtung, muss aber damit rechnen von mir ausgelacht und in zukünftigen Beiträgen verunglimpft zu werden.

In Kanada wurde übrigens keine neue Rechtschreibung eingeführt. Aus irgendeinem Grund scheint es denen angebracht, ein bewährtes System beizubehalten.
Da fällt mir ein: Wie ist es eigentlich im deutschsprachigen Ausland? Neue Rechtschreibung oder nicht? Am Ende versteht man in Österreich gar nicht was ich hier schreibe, weil die in der Schule noch vernünftiges Hochdeutsch lernen...

Sonntag, 8. April 2007

Oh wie schön ist Kanada

Wie es der Zufall so wollte drehte sich mein letzter Post um Kanada, und wurde freundlicherweise auch noch in einem Forum verlinkt - und über Nacht verzeichnete mein Besucherzähler knappe einhundert Hits. In der Hoffnung mir wenigstens einen Teil dieser Leserschaft erhalten zu können, lasse ich jetzt, hinterlistig wie ich bin, in die nächsten Beiträge mehr oder minder interessante Fakten über Kanada einfließen.
Etwa dass Kanada wohl sehr viele außerirdisch-anmutende Wälder haben muss, sonst würde man dort nicht Stargate drehen. Die Kanadier sind es auch, die neue Folgen von Stargate als erste zu sehen bekommen.
Und wir hier müssen mindestens ein halbes Jahr warten, bis eine gekürzte und synchronisierte Fassung im Fernsehen läuft. Statt dass sie die Serien hier einfach auch im Original ausstrahlen. Es ist ja wohl nicht zu viel verlangt dass die gesamte Bevölkerung anständiges Englisch lernt, damit ich mir nicht immer DVDs kaufen muss, oder? Eben, das meine ich nämlich auch.

Donnerstag, 5. April 2007

Schöne neue Welt

Ich weiß ja selbst, dass in Deutschland alles besser ist als anderswo. Im Gegensatz zu anderen Menschen, die das erst kürzlich festgestellt haben, bleibe ich jedoch hier, statt irgendwohin auszuwandern. Ja, ich habe mir eine dieser großartigen Auswanderersendungen angeschaut. Und ja, ich habe wieder einmal gestaunt über die Abgründe die sich mir aufgetan haben.
Ausgewandert sind eine dicke Frau, ein dürrer Mann, und ihre beiden Kinder - Verzeihung, Blagen -, ein speckiger Junge der wohl nach seiner Mutter schlägt, sowie seine kleine Schwester.
Natürlich waren es die klassischen Auswanderungsgründe: In Deutschland keine Arbeit gefunden, im Ausland gibt es die im Überschuss. Geld? Braucht man nicht, dafür gibt es Kredite. Also nix wie hin. Natürlich ohne Plan, ohne feste Arbeit, und ohne Unterkunft.
Oh wie schön ist Kanada... die dicke Frau beschwert sich erstmal über den "Service" des "Hotels". Aus den wenigen Bildern davon kann ein Blinder ohne Krückstock erkennen dass das die billigste Absteige weit und breit ist, aber Madame ist empört, schließlich bezahlt man ja für besagten "Service".
Egal, da wohnt man ja im Idealfall nicht lange, und beschweren kann man sich am Abend immer noch, also erstmal Häuser besichtigen. Wie man das so macht, beim Auswandern, bloß nichts im Voraus planen, sonst wäre ja die ganze Spannung weg. Auch hier beschwert man sich, macht sich über den Makler lustig, und erwähnt möglichst oft, möglichst lautstark, wie viel besser doch in Deutschland alles gewesen sei. Und dann findet man ein Haus das eigentlich toll ist, groß, nicht zu teuer, sogar mit Küche und Garten, aber es gibt erhebliche Mängel. Zum einen ist die Badewanne alt, das kann man natürlich nicht hinnehmen, die muss ersetzt werden. Zum anderen ist das Haus dreckig. Ja, ganz recht. Ich würde auch niemals ein dreckiges Haus kaufen. Man will ja sofort einziehen, und bei solch hohen Beträgen kann man wohl darauf pochen, ein sauberes Haus einzukaufen.
Aber weiter im Abenteuer. Nach der erfolglosen Haussuche kauft man sich ein Auto. Natürlich schlägt man sofort ein als der Händler seinen Preis nennt, weil wenn der Mann sagt dass das ein fairer Preis ist, dann wird es wohl so sein. Immerhin ist der Mann Autoverkäufer, der sollte sich wohl auskennen.
Nach all der Anstrengung lieber eine Runde Boot fahren. Das ist ja der kanadische Volkssport, versichert die dicke Frau, die machen das alle, weil die alle am Meer aufwachsen. Das Boot ist streng genommen ein Kanu, und die dicke Frau hinein zu setzen ist ein Abenteuer für sich. Als einziges Familienmitglied trägt sie keine Schwimmweste. Warum auch? Fett schwimmt, und gepasst hätten die Dinger ihr ohnehin nicht. Das Kanu anzutreiben ist eine weitere geistige Meisterleistung. Man paddelt natürlich immer auf der selben Seite, und lässt das Paddel möglichst im Wasser hängen wenn man gerade nicht paddelt.
Zurück zu der These mit dem Volkssport: Die dicke Frau versichert wie offen sie für die lokalen Sitten sei, schließlich müsse man sich anpassen. Für andere, nicht ganz so sportliche Menschen wäre das wohl schwieriger, aber wenn man so sportlich sei wie sie, dann sei das kein Problem.
Sprach die Frau, die fast breiter als das Boot war in dem sie dabei saß. Das Gelächter des Kamerateams muss in der Nachbearbeitung herausgeschnitten worden sein.
Irgendwann ist die Fahrt dann zuende, und man möchte wieder an Land. Gar nicht so einfach, wenn man mit dem Eigengewicht eines Kleinwagens auf einen hüfthohen Steg klettern will. Kein Wunder dass das Ergebnis an einen gestrandeten Wal erinnert, und auch kein Wunder dass die Frau sich abermals beschwert. Diesmal bei ihrem Mann, dass er sie nicht aufgefangen hat als sie eine Bauchlandung auf dem Steg gemacht hat. Das war aber wohl eine Regieanweisung, für den Krankenhausaufenthalt wegen des Leistenbruches hätte die Sendezeit nicht mehr gereicht.
Bevor ich es vergesse, das Pack konnte natürlich (bis auf die Mutter) praktisch kein Englisch sprechen. Der moppelige Sohn hatte zwar schon sechs Jahre Englischunterricht hinter sich, aber das reichte nicht einmal aus um die einfache Frage zu beantworten, wie lange man denn in Kanada bleiben wolle. Die logische Antwort lautet natürlich "Im Hotel Victoria".
Etwas gutes hat die ganze Sache aber - die wohnen jetzt in Kanada, und so schnell kommen sie nicht zurück. Ein Grund mehr, nicht auszuwandern.

Montag, 2. April 2007

Schlachtfeld Internet

... oder: Nicht Computerspiele machen aggressiv, sondern Computerspieler.

Der aufmerksame Leser mag wissen, dass ich gelegentlich gerne Battlefield 2 spiele. Im Internet, zusammen mit Spielern aus aller Welt. Gemeinsam Flaggen erobern, sich gegenseitig abschießen, Sturmgewehre und Raketen - Räuber und Gendarm für Fortgeschrittene eben.
Dass das Spiel seine Macken hat ist bekannt, und mittlerweile hat die Spielergemeinde, wie auch ich, sich etwa mit Raketen die durch Fahrzeuge hindurch fliegen oder wirkungslos von ihnen abprallen statt zu explodieren, oder mit teils wirklich seltsamen Teamkills (etwa wenn man weit und breit kein Teammitglied in Sicht hatte, oder wenn das Wrack eines von eigenen Leuten zerstörten Panzers neben einem explodiert) abgefunden. Oder mit Minen die nicht explodieren, Toden die nirgends aufgeführt werden, oder dass die hart erspielten freigeschalteten Waffen durch höheren Rang auf manchen Servern weg sind, weil der Accountserver aus irgendeinem Grund meint, einen mit dem niedrigsten Rang anmelden zu müssen.
Auch daran dass ich immer der Depp bin der direkt vor dem Kanonenrohr des feindlichen Panzers spawnt, immer als erster von der Artillerie getroffen werde (auch von der eigenen), oder von Bomben getötet werde die das Buggy in dem ich saß heil gelassen haben (und gelegentlich auch dessen andere Insassen) bin ich gewöhnt, wenn ich mich darüber zugegebenermaßen nicht selten aufrege. Insbesondere etwa dann, wenn alles drei in direkter Folge passiert ist, und ich die letzten Minuten damit verbracht habe den Respawncounter zu beobachten statt auf Gegner zu schießen.
All das ist - mehr oder weniger - im Sinne des Erfinders, und wäre für sich allein zwar schon schlimm genug, aber eben eine Sache der Gewöhnung.
Nein, die größte Macke des Spiels ist zugleich das Geheimnis seines Erfolges: Das Messen mit anderen Spielern aus aller Welt.
Denn genau wie es wesentlich mehr Spaß macht, im Spiel einen Menschen zu übertrumpfen statt eines Computergegners, ist es auch wesentlich frustrierender wenn man mit menschlicher Dummheit konfrontiert wird. Die K(aum vorhandene) I(ntelligenz) kann schließlich nichts dafür dass sie so blöd ist, sie wurde nun mal so programmiert... Gut, auf den zweiten Blick lässt sich daraus kein logischer Satz mehr machen, der Mensch wurde schließlich ebenso nur programmiert, dumme Menschen haben einfach dumme Gene, aber trotzdem ist es frustrierend. Ich bin doch auch nicht dumm, warum denn dann alle anderen?
Hier jedenfalls einige Beispiele für die glorreiche Inkompetenz die mir auf dem virtuellen Schlachtfeld so begegnet ist.
Beispiel 1: Ich bin Schütze in einem Kampfheli, mit MG und Lenkrakete. Ersteres gegen Infanterie, letzteres gegen Fahrzeuge geeignet, wie man sich wohl denken kann. Trotzdem hält mein Pilot es für sinnvoller, mit seinen eigenen (ungelenkten) Raketen auf Infanteriejagd zu gehen, und mir konstant einen Schuss mit meiner eigenen Waffe zu verwehren. Von den Fahrzeugen lässt er sich lieber abschießen als mir ein freies Schussfeld mit der Rakete zu verschaffen. Und dann, wenn wir tot sind, teilt er mir über den Chat mit dass ich die Rakete hätte benutzen sollen. Hass.
Beispiel 2: Ein Jet startet, zieht am Ende der Startbahn hoch, und rammt den Helikopter der es scheinbar für klug hielt sich dort aufzuhalten wenn ein Jet auf ihn zugeschossen kommt. Ein Jet, dessen einziger Pfad (wegen der Bäume am Ende der Startbahn) nach oben führt. Und das reicht ihm natürlich nicht, der Helipilot muss sich noch beschweren dass er gerammt wurde. Er ist selbstverständlich im Recht, schließlich hat so ein Jet gefälligst am Boden zu bleiben wenn der Helikopter über seine Startbahn fliegt. Außerdem schrieb er alles in Großbuchstaben, dann kann man gar nicht widersprechen.
Beispiel 3: Ein Commander der seine Artillerie immer genau dann auf gegnerische Flaggen abzufeuern meinte, wenn gerade ein kleiner Trupp seiner eigenen Leute versuchte sich anzuschleichen und die Flagge zu übernehmen. Überraschungsmoment, nennt man sowas. Da hilft Artillerie bestimmt, im ersten Weltkrieg war man ja auch stets überrascht wenn der Artilleriebeschuss zunahm, dann aufhörte, und der Feind aus dem Graben gestürmt kam. Obwohl... nein, war man nicht. Verdammt.
Beispiel 4: Wieder Artillerie. Diesmal dorthin wo vor zwei Minuten drei Panzerfahrzeuge gestanden hatten (mittlerweile von der Infanterie vor Ort ausgeschaltet), und wo zwei Minuten später zwei weitere Panzerfahrzeuge aufgekreuzt sind. Nur als die Artillerie da war, war da nichts. Außer den eigenen Leuten, die durch Artillerie am Vorrücken gehindert wurden.
Beispiel 5: Artillerie die Dritte. Ein eigener Soldat (nämlich ich) an der gegnerischen Flagge, laut Radar ein einzelner Feind irgendwo in der Nähe, sonst kein Gegner weit und breit, Flagge ist fast übernommen. Da machen wir doch besser Artillerie drauf, sonst könnte der Feind die Flagge noch verlieren. Und zur Sicherheit töten wir den eigenen Mann mit der Artillerie, damit auch bloß nichts schief geht.
Beispiel 6: Ja, die Artillerie... gerne auch auf Gebäude in denen sich sehr viele Feinde befinden. Dummerweise befinden sie sich nicht auf den Gebäuden, sondern drinnen. Im besten Falle liegt dann vielleicht ein einzelner Scharfschütze auf dem Hausdach, aller Wahrscheinlichkeit nach einer aus der eigenen Mannschaft.
Beispiel 7: Und dann wäre da noch die (leider nicht seltene) Gruppe der wirklich, aber auch absolut strunzdummen Mitspieler. Das sind die, die mit einem Panzer zur Flagge fahren, begleitet von einer kleinen Gruppe Infanteristen, beginnen die Flagge zu übernehmen, und dann aus dem Panzer aussteigen. Ja, genau. Sie sind effektiv in Feindesland, sitzen in einem Panzer (das sind die Dinger mit Maschinengewehren und Kanonen, die Tod und Vernichtung über ihre Gegner bringen), und diese Leute steigen aus. Das erwartet ein rational denkender Mensch natürlich nicht, und entsprechend überrascht ist die Infanterie dann auch, wenn der Panzer in ihrer Mitte plötzlich vom Gegner bemannt wird und sie allesamt abgeschossen werden.
Dem gegenüber stehen natürlich einzelne Partien die einfach nur toll sind. Squads die im Team operieren und reihenweise Gegner ausschalten, mit funktionierender Rollenverteilung (also mit Sanitäter, Panzerabwehr, was man eben so braucht in einer ausgewogenen Truppe). Und mit Commandern die sinnvolle Befehle erteilen (die z.B. nur den Befehl geben eine Brücke zu sprengen, wenn man tatsächlich in deren Nähe ist und tatsächlich Sprengstoff dabei hat), die einem Unterstützung durch andere Squads schicken wenn man sie benötigt, oder die nach Ausführen des Befehls ein Fahrzeug abwerfen, so dass man schnell zum nächsten Flaggenpunkt fahren kann um dem nächsten Befehl Folge zu leisten. Solche Partien sind es, die ein wohlig warmes Gefühl im Bauch entstehen lassen wenn man das Magazin seiner Maschinenpistole in das Gesicht eines Gegners entleert. Dann opfert man sich auch gerne um den gegnerischen Panzer abzulenken, weiß man doch dass dieser kurz nach dem eigenen Ableben gesprengt werden wird, und man aller Wahrscheinlichkeit nach nicht lange auf die Wiederbelebung durch den nahen Sani warten muss.
Diese Perlen unter den Partien sind es wohl auch, die mich immer wieder ins Spiel bringen. Man weiß ja nie wann man wieder auf hilfsbereite Teammitglieder stoßen könnte. Die dämlichen Vollidioten sind aber leider all zu oft das, was am Ende des Tages im Gedächtnis haften bleibt. Die Idioten, der hohe Blutdruck, und die blanke Wut. Dumme Menschen sollten eben doch in Fabriken arbeiten.